Frei nach Heinrich Spoerl:
»Also, wat is en Datenbank? Da stelle mer uns janz
dumm. Und da saache mer so: Ne Datenbank, dat iss
ene jroße Liste, da könne mer Saache hin schrieve.
Wenn mer net uffpasse, sin se fott.«

So oder so ähnlich hätte es Professor Bömmel in der »Feuerzangenbowle« gesagt. Eine Datenbank ist eine systematische Sammlung von Daten. Die Software funktioniert im Prinzip immer gleich. Man speichert Daten nach einem bestimmten Muster und es gibt eine mehr oder weniger komfortable Art, diese Daten abzurufen, zu verändern und zu ruinieren. Das war's auch schon. Ihr Handy kann das auch.

Allerlei Legenden um die Leistungsfähigkeit von Datenbanken kursieren in der technischen Welt. Deren Kern ist wohl wahr, so wie es wahr ist, dass Prinzessinnen und Frösche existieren. Die Aussicht, dass ein prinzessin-geküsster Frosch sich automatisch in einen Prinzen verwandeln würde, ist jedoch gering. Schenken Sie den Legenden der Technik nur bedingt Glauben, sonst können Sie am Ende in Ermangelung des erwarteten Prinzen nur mehr eine Portion Froschschenkel zu sich nehmen, bevor Sie das übriggebliebene Budget in eine neue Programmierung stecken.

 

Was ist das beste Datenbanksystem?

Es gibt kein bestes System. Solange Sie nicht mit wissenschaftlichen Anwendungen oder riesigen Datenmengen zu tun haben, gehen Sie ruhigen Gewissens davon aus, dass es Ihnen egal sein kann, welches System die Programmierer verwenden. Aber verlangen Sie ein möglichst einfaches System, Ihre Website soll keine Spielwiese für Techniker sein.

Falls Sie vorhaben, Ihre Datenbank später bei einem anderen Provider oder auf einem Webserver im eigenen Unternehmen zu betreiben, sollte es sich bei der Web-Datenbank um keine exotische Software handeln. Aber auch Standard-Software kann bei einem Wechsel der Plattform ihre Tücken haben. Für Internet-Anwendungen liegen sie mit Standard Unix Software bei fast jedem Provider richtig.

In einem Punkt seien Sie vorsichtig: Heutzutage ist wegen der immer besser werdenden Werkzeuge, der großen Anzahl von Programmierern und wegen zunehmender Hacker-Aktivitäten der Update-Zyklus von Software sehr kurz. Besonders auf Internet-Servern muss Software oft auf den neuesten Stand gebracht werden. Da sich Programmierer ungern mit langweiligen Wartungsarbeiten machen, bauen sie gerne zusätzlich mehr oder weniger sinnvolle Features in neue Versionen ein. Zu häufig geänderte Software führt leicht zu Inkompatibilität mit bestehendem Code. Unserer Erfahrung nach sind sehr komplizierte Datenbank-Abfragen als erstes davon betroffen. Weisen Sie Ihren Programmierer an, möglichst einfache Abfragen zu schreiben, denn Sie werden die Software bald aktualisieren müssen. Nicht können — Sie müssen! Es ist besser, mehr und einfacher zu schreiben und eventuell ein paar Millisekunden Zeitverlust in zu Kauf nehmen, als sich an eine bald veraltete Applikation zu binden.

 

Wie ist das mit der Geschwindigkeit?

Heute sind alle Datenbanken schnell. Wenn eine langsam ist, dann liegt ein technisches Problem vor oder die Zugriffe sind unnötig kompliziert. In den wenigsten Fällen ist die Datenbank selbst für das zähe Tempo verantwortlich, sondern eher die Applikation, die um sie herum gebaut wurde. Heute liegt das oft am Overhead der Content Management Systeme. Eine Website, die jedes klitzekleine Element aus einer Datenbank anfordert, und das noch in ungünstiger Abfolge, beschäftigt sich die längste Zeit mit sich selbst. Datenbanken sind schnell, wenn man sie schnell sein lässt.

 

Wieviele Daten kann man in einer durchschnittlichen Datenbank speichern?

Sind Sie die NASA? Oder der Duden? Oder liefern Sie eine Weltkarte in Stücken von je einem Quadratkilometer? Nein? Dann vergessen Sie das Thema Datenkapazität. Wenn Sie besondere Anforderungen haben, besprechen Sie die Datenmenge mit dem Entwickler. Bei einer aus technischer Sicht durchschnittlichen Website und sorgfältiger Arbeit der Programmierer werden Sie von der Datenmenge nichts bemerken. Ausnahmen sind Anwendungen mit sehr großem Datenaufkommen oder unüblich komplexen Abfragen. Das sind keine typischen Applikationen für das Internet. Wenn Sie so etwas planen, nehmen Sie früh mit uns Kontakt auf, um grundsätzliche Fragen schon im Vorfeld zu klären.

 

Können andere Programme auf meine Internet-Datenbank zugreifen?

Grundsätzlich ja. Vielleicht sind nur Import und Export von Daten möglich, vielleicht auch direkte Kommunikation. Das hängt von Ihrer Applikation ab und davon, welcher der beiden Anwendungen die Datenhoheit zugesprochen wird. Für direkte Kommunikation, also anders als über HTTP oder FTP, empfiehlt sich ein eigener Server, der nach spezifischen Anforderungen konfiguriert werden kann. Es findet sich immer ein Weg, Programme miteinander zu verbinden.