Töne setzen
Aufmerksamkeit erregen
Emotionen wecken
Sympathie erzeugen

Das bewusste Setzen von akustischen Reizen gewinnt in der multimedialen Welt an Bedeutung. Musik und Geräusche, die uns in einer aufnahmebereiten Situation erreichen, lösen Emotionen aus. In unserer Branche tun wir das nicht bloß der Unterhaltung wegen. Wir unterscheiden zwischen musikalischen Ereignissen, die Aufmerksamkeit erregen und solchen, die den Zuhörer für längere Zeit in ihren Bann ziehen.

Jemanden mit Tönen zu überraschen, ohne ihn zu erschrecken, ist nicht schwierig: Seien Sie nicht zu laut und würzen Sie mit einer Prise Skurrilität. Die nächste Aufgabe ist, den Zuhörer zu animieren, sich mehr als ein paar Sekunden für Ihre Botschaft zu interessieren. Um das zu erreichen, müssen Sie den beiläufigen Hörer zum expliziten Zuhörer machen. Seine Emotionen sollen sich in Ihrem Sinne entwickeln.

Wenn wir bekannte Musik verwenden, ist die Wirkung vorhersehbar. Aber neben den manchmal beachtlichen Lizenzkosten gibt es dabei noch einen anderen Haken. Musik, die vom Zuhörer bereits gelernt wurde, hat ein festgelegtes Image. Der Zuhörer bringt seine Assoziation schon mit. Wenn Ihnen dieser Bereich zu eng ist, können Sie Musik wählen, die sich der Diskussion entzieht. Etwa ein der heutigen Welt entrücktes klassisches oder ein moderneres neutrales Stück, das seine Sensation bereits hinter sich hat. Jedenfalls etwas, das selbstverständlich akzeptiert wird. Auf Eigenständigkeit müssen Sie dann wohl oder übel verzichten. Ihre Aussage beschränkt sich darauf, zu vermitteln, dass Sie so sind wie diejenigen, die diese Musik gemacht haben.

In der Filmbranche können Sie das gut beobachten. Der größte Teil von Filmmusik ist Zweckmusik und unterstützt das Filmgeschehen. Ein anderes Element ist das Hauptthema. Ob man dafür ein bekanntes Stück oder eigens komponierte Musik verwendet, hängt davon ab, wieviel Eigenständigkeit man demonstrieren will. Diese Themen werden sorgfältig ausgewählt, denn sie sollen möglichst viele Menschen an den Film binden. Man versucht sozusagen, eine universelle Wirkung zu erreichen.

 


 

Es gibt keine universelle Musik. Aber Menschen sind grundsätzlich bereit, sich beim Anhören von Musik auf eine andere Gefühlswelt einzulassen als die, in der sie sich gerade befinden. Wir haben zwei Möglichkeiten, das zu unterstützen:

Führt das Hörerlebnis zu Sympathie für uns, bringt uns die zweite Variante in eine erstrebenswerte Situation. Die Aufnahme unserer Botschaft ist dann unabhängig vom Musikgeschmack und an den Zweck gebunden. Aber funktioniert das überhaupt? Wir sind nicht im Kino, der Zuhörer kann jederzeit seinen Platz verlassen, den Ton ausschalten oder im Web mit einem Klick unsere Seite verlassen!

Es funktioniert, wenn wir unsere Botschaft nicht mit anderen, fremden Dingen assoziieren lassen, sondern so arbeiten, dass diese eine Botschaft wohlwollend aufgenommen wird. Diese Technik hat nicht unbedingt mit Musik im Sinne von Einzelkunstwerken zu tun. Die Kriterien liegen auf einer tieferen Eben, die Ereignisse greifen direkt in die Gefühlswelt in. Hören Sie sich das folgende Stück an. Darin ist musikalisch nicht viel los und doch bewegt sich etwas und dieses Etwas bewegt den Zuhörer:

STRETCH (3:50)

Das Beispiel STRETCH ist keine elektronische Musik, sondern eine akustische Gitarre, deren Geschwindigkeit nach der Aufnahme um 8.000 Prozent reduziert wurde. Die einzige synthetische Zugabe ist ein sparsam gespielter Synthesizer, der die Harmonien unterstützt und Fehler maskiert, die durch die Technik der Verlangsamung entstanden sind.

Mit diesem Stück haben wir Tests durchgeführt und die Probanden gebeten, ihre Empfindungen zu schildern. Es gab signifikante Ähnlichkeiten. Der Klang wurde unabhängig vom Musikgeschmack als angenehm empfunden. Alle hatten das Gefühl, an einem sicheren erhöhten Ort zu stehen und alle empfanden die Bewegungen seitlich und nach vorne.

Menschliches Musikempfinden beruht auf erlernten Mustern und tief sitzenden Erinnerungen. Der Ursprung des Hauptklanges in obigem Beispiel, die Gitarre, ist uns wohlbekannt, weil wir den Klang gezupfter Saiten gelernt haben. Die Schwebungen aber, eine Eigenart des Instrumentes, haben sich verändert. Wir können sie nicht ohne weiteres zuordnen und vergleichen sie instinktiv mit einem Klang den wir kennen. Wir assoziieren mit unbewusst Bekanntem, um unserer Emotion einen vertrauten Rahmen zu geben. Wir wollen bei Musik empfinden, dazu ist sie da.

Setzen Sie ein solches Stück richtig ein, vermitteln Sie Freiheit, Weite, innere Schönheit und Ruhe. Es bedarf keiner bewussten Interpretation durch den Zuhörer.

Mit ähnlichen Techniken kann man auch andere Gefühle erzeugen. Wenn einem der Zufall ein wenig zur Seite steht, ist das sogar einfach. Es kann aber auch länger dauern bis die Elemente zu einer Einheit finden. Das ist Sounddesign, angesiedelt irgendwo zwischen Musik, Tönen und Geräuschen.

 


 

Vielleicht fragen Sie sich, was Musik und Sounddesign im Angebot eines Providers und Website-Herstellers zu suchen haben. Das ist durch unsere Geschichte und die handelnden Personen begründet. Wir haben die Musik in unsere Tätigkeit integriert. Die Beschäftigung damit hält uns nicht davon ab, mit unseren Servern zu arbeiten oder Websites zu entwickeln. Im Gegenteil, das Verständnis für Gefühlswelten auf allen Ebenen ermöglicht uns, mit Kunden auf eine ganzheitliche Weise an Projekten zu arbeiten.

Wir dürfen Ihnen Liselotte Lengl vorstellen: Sie hat viele unserer Webseiten gemacht. Webdesign, Programmierung, CMS, die Palette ist groß. Auch ihre musikalischen Fähigkeiten sind Bestandteil unseres kreativen Angebotes. Als Beispiel für ihr besonderes Talent hören Sie die Interpretation eines Klassikers in einer Live-Aufnahme aus der Roten Bar im Wiener Volkstheater:

IMAGINE (2:50)
von John Lennon
Liselotte Lengl (v) 
Thomas Lang (g)

Weitere Informationen und Beispiele:
Lang & Lengl
Lieselotte Hildegard

 


 

Wir komponieren und arrangieren für Sie. Wenn Sie diesen Aufwand nicht betreiben wollen, aber doch nicht gerne von der Stange kaufen, verwenden Sie das Ergebnis einer Session. Nachdem wir uns mit Ihren Vorstellungen identifiziert und die Musik aufgenommen haben, stellen wir Ausschnitte im Studio fertig oder liefern die Audio-Files nach Aufnahmekanälen getrennt für die Weiterverarbeitung.

FOREST WALK (Session, 3:48)
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Zwei Takes, zur Dokumentation mit der Laptop Kamera aufgenommen und geschnitten.
Take 1: Peavey Bass, Tech 21 SansAmp, Rocktron Blue Thunder, Digitech DHP-55.
Take 2: Yamaha WX5 Windcontroller, WIDI X-8, Yamaha VL70-m (Patchman Sound), u-he Zebra.
Keine zusätzlichen Effekte, in der Software wurden Pans und Volumes fix eingestellt.

Diese Ein-Mann-Session war eine freie Improvisation nach besprochenen Vorgaben. Aus den knapp vier Minuten Material verwendete der Kunde 15 Sekunden in einer Filmszene, für die er sich einen solchen Stil wünschte.

Welcher Stil das ist? Da sind wir überfragt. Darum baten wir aus reinem Interesse Pete Thomas als unabhängigen Kritiker um eine Stildefinition. Er meinte zuerst »noodling«, dann korrigierte er auf new age pseudo contemporary classical pop fusion, was wir von ihm als Kompliment auffassen. Obwohl wir insgeheim hofften, dass es eher nach baroque spanish jazz love street ballade klingt. Jedenfall hat es für den Einsatz gepasst und das ist gut.

 


 

Sollen wir Musik in Webseiten verwenden?

Sie können Musik ohne weiteres im Web einsetzen, es ist voll davon. Aber wenn Sie nicht gerade eine Musik- oder Video-Website betreiben, dann bitte nur »on demand«. Plärren Sie niemanden an, der bloß eine Seite öffnet, egal wie gut Sie die Musik finden. So etwas quittiert der Besucher mit einer schnellen Flucht. Sie brauchen nur eine Regel zu beachten: Ohne Aktion des Benutzers hat in einer Website nichts zu passieren. Punkt. Keine Ausnahmen. Wenn er klickt, dann gut, dann will er ja. Dann liefern Sie ihm, was Sie vorbereitet haben. Als eigener Link, zum Beispiel für ein Interview, oder für ein Video das absichtlich aufgerufen wird, bereichert Musik die Anmutung einer Website.

 


 

Jingle Bells

Keine Jingles, das machen Andere. Bells und Whistles ja, sehr gerne. Von der Idee bis zur Produktion und jeden Teilbereich.

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