Die wichtigsten Regeln für die Gestaltung
von kommerziellen Webseiten (oder doch nicht?)

Die gesamte Site muss eine einheitliche Farbgebung aufweisen. Das Logo des Kunden steht oben, die Navigation befindet sich oben oder links. Die Dimensionen der Website müssen dem kleinsten in der Zielgruppe üblichen Bildschirm entsprechen. Alle Texte sind kurz, prägnant und werbewirksam zu halten. Wichtige Aussagen sind entsprechend hervorzuheben. Einzelseiten sind untereinander zu verlinken.

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Die wirklichen Regeln für die Gestaltung
von kommerziellen Webseiten

Vergessen Sie die Regeln, ausser es ist Ihnen ein Anliegen, wie die zweimillionste Website auszusehen, die es in Ihrer Branche gibt. Das soll Sie jetzt nicht ermuntern, alles anders zu machen. Aber stimmen Sie ihre eigene Präsentation gezielt auf Ihr Angebot ab.

Gestaltungsregeln sind für Gestalter. Sie selbst kümmern sich besser um die Regeln für den Auftraggeber: Lassen Sie sich nicht die berühmten drei Layouts für die Homepage und ein paar neutrale Seiten vorlegen. Verlangen Sie ein komplettes Konzept und fragen Sie nach den Ideen dahinter. Design und Benutzerführung müssen begründet werden, denn eine Website ist weder ein Bild über dem Kamin, noch eine Visitenkarte. Sie ist eine langfristige Investition, sie transportiert Ihre Leistung und Ihr Angebot. Und sie ist öffentlicher als alles andere.

 

Ist es gut, sich dem
Mitbewerb anzupassen?

Keine schlechte Idee. Aber will man das? Wer sagt Ihnen, dass ein anderes Unternehmen alles richtig macht, dass es gut im Web ist, wert, ihm zu folgen? Vielleicht folgten diese Leute der Idee eines Neffen, der immerhin Architekt ist? Vielleicht wurde die beste Agentur der Welt beschäftigt, deren Interesse es ist, der zweitbesten dieses Jahr wieder den Preis wegzuschnappen. Analysieren Sie die Konkurrenz, übernehmen Sie Bewährtes und schaffen Sie Neues. Ihr Auftrag ist, Ihre Kunden zu begeistern. Aber machen Sie keine Experimente. Sie haben einen Stil, eine Philosophie, Sie haben Kultur. Die möchten Sie Ihren Kunden nahebringen. Dafür haben Sie unter anderem eine Website.

 

Interaktive Webseiten

Interaktivität ist für Webseiten eine schöne Sache. Wenn sie Sinn macht, ist das Web damit jedem anderen Medium überlegen. Das beginnt schon beim einfachen Formular, das sich nach Bedarf verändern kann. Ihre Support-Seite könnte Benutzer Ihrer Produkte aktiv bei der Fehlersuche unterstützen, traditionell nennt man so etwas "Experten-System". Aber Vorsicht, wenn Sie ein derart mächtiges System angehen, entfernen Sie sich von der Wald-und-Wiesen-Website. Konzept und Programmierung können aufwendig werden. Richtig gemacht rechnen sie sich, denn eine Website, die mit dem Besucher faktisch spricht, bindet ihn an sich und reduziert den Aufwand für persönlichen Support. Dann haben Sie die schönen Verweilzeiten in Ihrer Web-Analyse nicht weil Ihre Website so langsam oder die Navigation so unübersichtlich ist, sondern weil sich die Leute für Ihre Seiten interessieren. Das wäre doch einmal eine schöne Aussicht.

 

Inhalte

Eine herbe Kritik, die aufmerksame Beobachter an der derzeitigen Webkultur üben, ist das Fehlen von Inhalten. Man animiert die Besucher, Klicki-klicki-bunti-bunti zu spielen, lässt allerlei Nutzloses dynamisch erscheinen und sagt — nichts. Der Besucher wird werbewirksam beworben, vermisst aber das Gefühl, dass der Anbieter wirklich da sei. Inhalte gehören auch zum Design. Viele Layouts kommen der Faulheit der Anbieter entgegen. Sie liefern möglichst Unterschiedliches in kleinen Mengen und in wildem Durcheinander, verlinken alles mit jedem und lassen ausführlichen Inhalte gar keinen Raum. Das ist praktisch, da muss man nicht viel schreiben. Aber gut ist das nicht, denn wer im Web nicht schreibt, der hat auch nichts zu sagen.

 

Kommerziell, informativ, oder einfach schön?

Wir teilen Websites nicht in Kategorien ein. Für uns zählt, was die Website aussagt, wie sie den Kontakt zu den Besuchern herstellt und dass diese alle Informationen bekommen und verstehen. Wir entwickeln auch für Behörden und Organisationen. Deren Web-Besucher sind dieselben wie die kommerzieller Websites, aber die Zielgruppe ist vielfältiger. Dieser Umstand erfordert ein anderes Design und eine Bedienung, die auch weniger geübte Menschen verstehen. Ein guter Designer stellt sich auf die Klientel der Website ein.